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Artikel vom 18.11.2011, von Jörg
Öffentliche Meinung
Der Begriff der öffentlichen Meinung besitzt keine einheitliche Definition. In einer groben Annäherung lässt sich sagen, dass damit ein vorherrschendes Urteil der Gesellschaft oder eines signifikanten Teils der Gesellschaft bezüglich eines Sachverhalts von allgemeinem Interesse gemeint ist. Bereits der römische Philosoph Cicero verwendete diesen Ausdruck in einem seiner Briefe, wobei er sich entschuldigte, der öffentlichen Meinung gefolgt zu sein. Heutzutage wird der Begriff in unterschiedlichen Dimensionen verwendet. Zum einen in einer rein deskriptiven Auffassung von Einstellungen und Verhaltensweisen, die durch Umfragen ermittelt werden und zum anderen in einer normativen, staatswissenschaftlichen Auffasung, welche den Trägern einer öffentlichen Meinung Bildung und Gemeinwohlbezogenheit abverlangt. Eine weitere Dimension ist die von Ferdinand Tönnies geprägte soziologisch-analytische Unterteilung des Begriffs in fest etablierte, sich langsam ändernde und schnell wechselnde Urteile. Wie die kritische Behandlung dieses Themas in der Antike bereits verdeutlicht, ist die öffentliche Meinung ein zweischneidiges Schwert. Zwar basiert sie auf freiheitlich-demokratischen Werten wie Meinungsfreiheit und politischer Partizipation der Bürger, allerdings können diese Ideale leicht zu einer "Herrschaft des Pöbels" verkommen. So kann es vor allem in politisch angespannten Situationen oder bei einem niedrigen Bildungsstandard der Bevölkerung zu ethisch fragwürdigen Meinungen und Verhaltensweisen kommen. In modernen Demokratien wird auch der enorme Einfluss der Medien angeprangert, da die Bürger durch die in den Medien vertretene Meinung stark in ihren Urteilen beeinflusst werden können. Insgesamt sollte jedes Individuum einer Gesellschaft seine Meinung nach bestem Wissen und Gewissen bilden, so dass der Durchschnitt dieser Urteile, welcher die öffentliche Meinung darstellt, einen von jedem vernünftigen Menschen vertretbaren Konsens darstellt. Die Aufgabe der Medien ist es hierbei, eine möglichst objektive und informative Darstellung von Tatsachen zu vermitteln, damit Urteile nicht aufgrund von emotionaler Befangenheit der Massen gebildet werden, sondern aufgrund der Vernunft und des Gewissens.
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